Zeitreise: Blood & Honour – Demo am 24. September in Frankfurt (Oder)?

Hiermit veröffentlichen wir zwei Artikel von inforiot.de und oireszene die von einem angeblichen Neonaziaufmarsch am 24. September in Frankfurt berichten.

Aufruf militanter Rechter wird zurzeit im Internet verbreitet / Anlehnung an Norwegen-Anschläge

INFORIOT Im Internet kursiert derzeit ein Flugblatt, das eine Neonazidemonstration am 24. September in Frankfurt/Oder ankündigt. Der in holprigem Englisch verfasste Text ruft zu einem Aufmarsch an diesem Tag auf, der um 10 Uhr am Hauptbahnhof starten soll. “Indoors and Outdoors – A front”, lautet das Motto: “Drinnen und draußen – eine Front!” Die Aktion soll Teil des “White Prisoner and Supporter Day” sein, einem derzeit in der rechten Szene diskutierten Solidaritätstag für inhaftierte Neonazis.

Bezüge zum verbotenen “Blood & Honour”-Netzwerk

Das Flugblattlayout ist mit einer Triskele und den Buchstaben “RVF” versehen – das ist das Logo der britischen Neonazigruppe “Racial Volunteer Force”, einem Ableger der terroristischen “Combat 18”.

Außerdem ist der Name “Ian Stuart” als eine Art Überschrift auf das Flugblatt geschrieben. Ian Stuart war Sänger den Neonaziband Skrewdriver und Begründer des Rechtsrock-Netzwerks “Blood & Honour”, welches in Deutschland im Jahr 2000 verboten wurde. “Combat 18” gilt als militanter Arm von “Blood & Honour”. Ian Stuart verstarb bei einem Autounfall am 24. September 1993 – der Demotermin in Frankfurt/Oder ist also der Jahrestag seines Todes.

Nazi-Flugblatt mobilisiert zur Demonstration in Frankfurt (Oder).

Anlehnung an Norwegen-Morde

Im Flugblatttext findet sich zudem folgender Satz: “A man with a faith is a thousand times stronger, as 100 men with interests”. Damit lehnt sich der Demoaufruf an den rassistischen Norwegen-Attentäter Anders Breivik an. In einer vielbeachteten Twitternachricht hatte dieser kurz vor seinem Gewaltexzess verkündet: “One person with a belief is equal to the force of 100 000 who have only interests.” (Etwa: “Ein Mann mit einer Überzeugung ist so stark wie 100.000 Leute, die nur Interessen haben.”)

Der Ausspruch geht auf einen Aufsatz des englischen Philosophen John Stuart Mill von 1861 zurück.

Logo der “Racial Volunteer Force”.


Internationale Nazivernetzung

Die Internetseite, die für den “White Prisoner and Supporter Day” mobilisiert, gibt ein Postfach in Eisenhüttenstadt als Kontaktadresse an. Dort wird sich auf eine internationale Vernetzung von Neonazis berufen, welche die Initiative unterstützen würde. Genannt werden neben Deutschland auch Neonazigruppen aus den Ländern Griechenland, USA, Kanada, Spanien und Serbien. Auf deutschen Neonazi-Webseiten wird die Demonstration bisher noch kaum beworben.

Auf der Seite wird übrigens für die Terminwahl das Gründungsdatum der “Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene” als Bezugspunkt genannt. Dieses wäre laut eines Vereinsregistereintrags jedoch der 21. September 1979.

Ob und von wem die für Frankfurt/Oder geplante Demonstration bereits angemeldet wurde, ist derzeit unbekannt.

Werbung für den Demotermin auf einer griechischen Neonaziseite.


Nachtrag 4. August

Laut einer Meldung der Märkischen Oderzeitung ist die Demonstration inzwischen angemeldet worden. Zitiert wird Polizeisprecher Detlef Lüben, der von einer “anonymen Anmeldung” für einen “Ian-Stuart-Gedenkmarsch” mit 800 TeilnehmerInnen spricht. Anonyme Anmeldungen für Demonstrationen gibt es im deutschen Versammlungsrecht nicht. Die MOZ bezeichnet in ihrer Meldung den Briten Ian Stuart als “Sänger einer amerikanischen Neonaziband”.

In der Kommentarspalte dominieren indes Stimmen, die – in Bezug auf die Nazidemo! – vor “linker Gewalt und Zerstörung” und “osteuropäischer Kriminalität” warnen. Ein User “Kaufmann” schreibt: “Ich verstehe nicht, warum solche Gedenkmärsche [..] immer auf solche Kritik stoßen. Warum muss man dagegen demonstrieren [..], indem man Steine wirft und fremdes Eigentum beschädigt? Was geht in den hohlen Köpfen vieler Linker nur vor?”

Quelle: http://inforiot.de/artikel/frankfurtoder-nazidemo-september

24.9.2011: „Blood & Honour“-Aufmarsch plus „ISD“-Konzert?

Wir berichteten an dieser Stelle bereits am vergangenen Wochenende über einen für den 24.9.2011 in Frankfurt/Oder (Brandenburg) geplanten Aufmarsch des in Deutschland verbotenen „Blood & Honour“-Netzwerkes. Nun soll am selben Tag – laut Ankündigung auf verschiedenen Naziseiten – auch noch ein „Ian Stuart Memorial“-Konzert mit verschiedenen NS-Bands stattfinden. Auf dem Konzertflyer befindet sich das Logo der neonazistischen „HNG“ und der „White Prisoner and Supporter Day“-Kampagne. Es werden bisher folgende NS-Bands angekündigt: „Painful Awakening“ (D), „Second Class Citizen“ (D), „Murder In Society“ (D), „Tiskel“ (Chile) und eine „Überraschungsband“.

Mittlerweile haben die Nazis einen „Ian Stuart Gedenkmarsch“ mit 800 Teilnehmern angemeldet – siehe: Neonazis melden Demonstration an

Quelle: http://oireszene.blogsport.de/2011/08/04/24-9-2011-blood-honour-aufmarsch-plus-isd-konzert/

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