Wer war nochmal… Rocco Kilz?

Nachdem wir diese Rubrik in unserer letzten Ausgabe mit dem schon in den 90er Jahren aktiven André Werner begonnen haben, setzen wir die Reihe nun mit einer Person fort, die ebenfalls schon lange und über die örtlichen Strukturen hinaus in der Neo-naziszene verankert ist: Rocco Kilz.Der im Sommer 1972 geborene, gelernte Forst-wirt gehörte Ende der 90er Jahre der Frankfurter Neonaziszene um Jörg Hähnel an. Rocco Kilz trat in die NPD ein und kandidierte 2003 bei den brandenburgischen Kommunalwahlen im Wahlkreis 4 (Landkreis Oder-Spree). Nur um wenige Stimmen verpasste er den Einzug in den dortigen Kreistag.
Nach der Niederlage bei der Kommunalparlament übernahm Rocco Kilz ab 2004 Ordnerfunktionen innerhalb der Partei. Wiederholt beteiligte er sich bei verschiedenen Veranstaltungen und Demonstrationen der NPD im Ordnerdienst, so zum Beispiel am 13. Juni 2004 bei der NPD-Demonstration gegen die EU-Osterweiterung im brandenburgischen Eisenhüttenstadt. Im Sommer 2004 ging Rocco Kilz nach Dresden,um dort als Personenschützer für die sächsische NPD-Landtagsfraktion tätig zu sein. Bei öffentlichen Auftritten konnte er mehrfach als persönlicher Bodyguard des Fraktionsvorsitzenden und Bundesvorstandsmitglieds Holger Apfel beobachtet werden. Ebenso wie Jörg Hähnel ist Rocco Kilz auch in der neonazistischen „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) aktiv.


Rocco Kilz (in türkis) als Personenschützer des NPD-Fraktionsvorsitzenden in Sachsen Holger Apfel (Mitte) zusammen mit NPD-Vize Peter Marx (rechts) am 15.08.2005 auf einer Kundgebung in Dresden.

Die HDJ gilt als eine der Nachfolgeorganisationen der 1994 verbotenen „Wiking-Jugend“ und richtet sich vor allem an Familien und Jugendliche. Die Prinzipien der HDJ lauten „Ordnung, Disziplin, Treue und Kameradschaft“, als Ziele werden u. a. „Kampfgeist wecken, Glut schüren, Neues erschaffen und Traditionen pflegen“ definiert. Als sich die HDJ am 4. November 2006 mit über 200 Teilnehmer_innen im brandenburgischen Blankenfelde traf, war Rocco Kilz an einem gezielten Angriff mehrerer Neonazis auf die Journalistin Andrea Röpke beteiligt.
Röpke, die seit mehreren Jahren intensiv in der Neonaziszene recherchiert, wollte über das Treffen der HDJ in Blankenfelde berichten. Als sie am Rande der Veranstaltung erkannt wurde, wurde sie von den Neonazis, unter ihnen Rocco Kilz, bis in einen Supermarkt verfolgt und dort körperlich angegangen, zu Boden gestoßen und mit Fäusten in das Gesicht geschlagen.
Rocco Kilz ist bereits vor einiger Zeit in die Oderstadt zurückgekehrt. Er ist hier weiter politisch aktiv. Schon am 27. Januar 2007 konnte er als Teilnehmer der NPD-Demonstration in Frankfurt (Oder) festgestellt werden. Ihm gilt weiterhin unsere besondere Aufmerksamkeit.

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