Fußball war Nebensache – SV Babelsberg 03 II gegen FFC Viktoria am 5. April 2008

Am 5. April 2008 empfing der FFC Viktoria die 2. Mannschaft des SV Babelsberg 03 zum Ligaspiel. Das Spiel war, wie schon in den Jahren zuvor, als Sicherheitsspiel eingestuft worden und wurde von der Polizei mit einem Großaufgebot begleitet. Nicht nur im Stadion, sondern im gesamten Innenstadtbereich waren Polizeieinheiten und zivile Polizisten unterwegs. Die angesetzte Begegnung der Teams hatte politische Brisanz. Der SV Babelsberg 03 ist für seine linke Anhängerschaft bekannt – ein Dorn im Auge der berüchtigten rechten Hooligangruppierung unter den Fans des FFC Viktoria. So zeugten bereits Wochen vor dem Spiel Schmierereien wie „Babelsberg angreifen“ oder „Scheiß 03“ von dem Hass der Frankfurter Hooligans auf das Team und dessen Fans aus Babelsberg.

Die rechten Hooligans hatten sich auf das Spiel gut vorbereitet. Die Gruppierung, die im Kern aus ca. 20 Personen besteht, hatte sich ihre Freunde aus dem Hooliganumfeld anderer Vereins eingeladen und wuchs so auf etwa 90 Personen an. Von Berlin bis Cottbus kam Unterstützung nach Frankfurt (Oder). Die Vernetzungen mit rechten Hooligans des BFC Dynamo und des FC Energie Cottbus wurden dabei besonders deutlich.

Gemeinsam traf man sich gegen Mittag an der „Flotten Theke“ in der Scharrnstraße und zog von dort aus mit Sprüchen wie „Arbeit macht Frei – Babelsberg 03“ oder „Hu…Hu…Babelsberger Hurensöhne“ in Richtung Stadion. Die 75 Hooligans, die schließlich im Stadion angekommen waren, präsentierten dort neben dem schon alten, mit Keltenkreuzen versehenen Spruchband „FCV gegen Links“ auch ihr neues Transparent „Ruhm und Ehre dem FCV“ in Anlehnung an den Spruch „Ruhm und Ehre der Waffen-SS“. Mehrere rechte Hooligans waren jedoch nicht dazu angereist, sich im Stadion die Begegnung der Teams anzusehen. Sie hielten sich vielmehr im Umfeld des Stadions und in der näheren Umgebung auf. Sie waren offenbar dazu da, sich um die erwartete linke Anhängerschaft des SV Babelsberg 03 bzw. um Personen, die der linken Szene Frankfurts zugerechnet werden, zu „kümmern“. Unterstützung erhielten sie hierbei u.a. von den Frankfurter Neonazis Andreas Bressel, der später von der Polizei in Gewahrsam genommen wurde, und Christian Brendel, dem an diesem Tag die Aufgabe zugedacht war, anwesende AntifaschistInnen zu fotografieren.

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